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Telematik

Telematik ist die Kombination aus Telekommunikations- und Informationstechnik zur Erfassung, Übertragung und Verarbeitung von Fahrzeugdaten. Flottentelematik nutzt GPS, CAN-Bus-Daten und Sensoren im Fahrzeug, um Flottenbetreibern die Informationen zu liefern, die sie für Routen-, Kosten- und Sicherheitsentscheidungen benötigen.

Woraus besteht ein Telematiksystem?

Eine Telematiklösung hat drei Ebenen, und jede davon kann zum Engpass werden:

  1. Bordgerät. Ein Gerät, das an die Fahrzeugelektrik und den CAN-Bus angeschlossen ist, oder ein batteriebetriebener Tracker in Auflieger oder Container, wo es keine feste Stromversorgung gibt. Was das Gerät auslesen kann, bestimmt den Umfang aller weiteren Daten.
  2. Übertragung. SIM-Karte und Mobilfunknetz, zunehmend LTE sowie LTE-M oder NB-IoT für batteriebetriebene Geräte. Die Daten werden laufend gesendet oder bis zur geplanten Übertragung gepuffert, etwa bis wieder Netz verfügbar ist.
  3. Plattform. Die Ebene, auf der aus Daten Entscheidungen werden: Karte, Bericht, Alarm, Anbindung an ein Transportmanagement- oder Buchhaltungssystem. Ein Datenstrom aus dem Fahrzeug allein sagt noch niemandem etwas.

Was ist Flottenmanagement?

Flottenmanagement heißt, Fahrten zuverlässig und zu möglichst geringen Kosten am Laufen zu halten. Dazu gehören Disposition und Routenplanung, Asset-Management, Fahrzeugbeschaffung und Wartung sowie Einstellung, Schulung und Abrechnung des Fahrpersonals. Telematik ist darin die Messebene: Sie liefert die Fakten, auf denen Entscheidungen beruhen, trifft sie aber nicht selbst. Den größeren Rahmen beschreibt die Seite zum Flottenmanagement.

Wie funktioniert ein Telematiksystem?

Ein Telematiksystem stützt sich auf drei Datenquellen. GPS zeigt Position, Geschwindigkeit und Fahrtrichtung jedes Fahrzeugs in Echtzeit. Der CAN-Bus erfasst das Fahrverhalten (starkes Beschleunigen, scharfe Kurvenfahrten, hartes Bremsen) sowie den aktuellen Diagnosezustand des Fahrzeugs. Sensoren im Fahrzeug registrieren die Ereignisse, für die sie ausgelegt sind: Temperaturänderungen im Auflieger, Reifendruck, das Öffnen des Laderaums; Kraftstoffsonden melden Füllstand und Verbrauch in Echtzeit und erkennen Kraftstoffdiebstahl. Die Daten werden laufend an gesicherte Server übertragen oder bis zu einer geplanten Übertragung gespeichert; Fuhrparkverantwortliche werten sie in einer Telematiksoftware aus.

Wofür wird Telematik im Flottenmanagement eingesetzt?

Telematik leistet deutlich mehr als die Ortung von Fahrzeugen auf der Karte. Typische Einsatzbereiche sind:

  • Auftragsdisposition und Routenplanung mit direkter Reaktion auf Fahrzeugverfügbarkeit, Wetter und Straßenverhältnisse
  • Überwachung der Motorleistung, einschließlich Geschwindigkeit und Kraftstoffverbrauch
  • Erfassung von Fahrverhalten und Fahrstil als Grundlage für individuelle Schulungen für Fahrpersonal
  • Ferndownload der Tachographendaten, der anzeigt, wie viel Lenkzeit der fahrenden Person bis zur vorgeschriebenen Ruhepause bleibt
  • Absicherung des Kraftstoffkreislaufs durch Kraftstoffsonden und Tankschutz
  • Entlastung bei Verwaltung und Compliance, etwa durch digitale Fahrtennachweise und Abrechnung des Fahrpersonals

Routenoptimierung auf Basis von Telematikdaten senkt Laufleistung, Kraftstoffkosten, CO2-Emissionen, Fahrzeugverschleiß und Werkstattzeiten. Dashcams mit integrierter Telematik erkennen Unfälle und gefährliche Manöver automatisch und laden den Vorfallclip innerhalb weniger Minuten auf eine Cloud-Plattform. Dieses Material beschleunigt Versicherungsfälle und schützt Fahrende vor falschen Anschuldigungen (siehe Lkw-Dashcams). Flottenplattformen wie frameLOGIC führen diese Datenströme in einem Dashboard zusammen.

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheidet sich Telematik von GPS-Ortung?

GPS-Ortung ist ein Bestandteil der Telematik: Position, Geschwindigkeit und Fahrtrichtung. Telematik ergänzt CAN-Bus-Daten, Fahrzeugsensoren und die Datenverarbeitung, und erst dadurch wird aus einem Punkt auf der Karte eine Fahrstilbewertung, Kraftstoffkontrolle und Compliance-Auswertung.

Verbessert Telematik die Fahrsicherheit?

Ja. Telematiksysteme erkennen riskante Muster wie hartes Bremsen oder aggressives Beschleunigen und können Fuhrparkverantwortliche darauf hinweisen; die Daten fließen zudem in individuelle Schulungen für Fahrpersonal ein. Schon das Wissen, dass der Fahrstil ausgewertet wird, führt bei Fahrenden zu einer defensiveren Fahrweise.

Mit welchen Systemen lässt sich Telematik verbinden?

Am häufigsten mit einem Transportmanagementsystem (TMS) und mit Buchhaltungs- oder Lohnsoftware. Der Nutzen liegt darin, dass Daten nur einmal erfasst werden: Eine vom Bordgerät aufgezeichnete Fahrt wird zur Grundlage für die Abrechnung des Auftrags, die Vergütung des Fahrpersonals und das Transportdokument, ohne erneutes Abtippen.

Funktioniert Telematik auch in Aufliegern ohne Stromversorgung?

Ja, aber mit anderer Hardware. In Aufliegern, Containern und Maschinen ohne feste Stromversorgung kommen batteriebetriebene Tracker zum Einsatz. Sie melden seltener, etwa einige Male am Tag statt jede Minute, und nutzen LTE-M- oder NB-IoT-Netze, damit ein Batteriesatz mehrere Jahre hält.

Kann Telematik Tachographendaten aus der Ferne auslesen?

Ja. Der Ferndownload des Tachographen ist eine Standardfunktion der Telematik: Er zeigt, wie viel Lenkzeit der fahrenden Person bis zum vorgeschriebenen Halt bleibt, und hilft Ihnen, Bußgelder wegen Lenkzeitverstößen zu vermeiden.

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